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Bedeutet pendeln flexibel zu sein?

Flexibel und Pendler. Stimmt das?

Flexibilität ist in aller Munde. Ein jeder sollte, ja gar muss, flexibel sein. Ohne geht es nicht. Wer nicht flexibel ist bekommt quasi keinen Job mehr. Wer nicht flexibel ist, ist von vorgestern und wird in Zukunft abgehängt. Ok ok, etwas drastisch formuliert aber ich denke das trifft es einigermaßen was durch die Medien und Personaler gefordert wird. Pendeln ist auch in aller Munde. Und oftmals sind beide zusammen in aller Munde.

Denn Pendler sind auch sehr flexibel. Fahren quasi überhall hin zur Arbeit, egal wo sie wohnen. Ist doch eine tolle Sache für den Arbeitgeber. Und auch eine Ehre.

„Meine Mitarbeiter fahren täglich über 2h für eine Strecke um bei mir zu arbeiten!“

So ähnlich klingen Sätze mancher Chefs. Das Pendler soweit fahren muss nicht unbedingt am Chef oder der Firma liegen. Das kann und hat sicherlich auch andere Gründe.

Zurück zum heutigen Thema: Flexibilität. Und meine Frage daher:

„Sind Pendler flexibel?“

Zuerst einmal muss man klären was flexibel bedeutet. Im Duden steht folgendes:

„an veränderte Umstände anpassungsfähig“.

 

Pendeln: Wie wird man zum Berufspendler?

Und mit dieser Definition im Kopf, wie lässt sich das auf Pendler übertragen?

Ein Berufspendler oder eine Berufspendlerin haben meist einen zentralen Wohnort. Meist ein Haus in einem kleineren Vorort oder Dorf einer größeren Stadt. Die Kinder gehen in den örtlichen Kindergarten oder in die Schule.

Der Ursprung hier liegt dann meist darin dass man in einer größeren Stadt studiert hat. Anschließend findet man einen Job in derselben oder einer anderen größeren Stadt. Und dann kauft man sich eine größere Bleibe in einem Vorort da man es schön ruhig und grün haben möchte.

Das ist für die meisten eine grundsolide Sache und das eigene Haus meist ein Lebenstraum. Dazu nehmen die meisten in Kauf, auch weiter zur Arbeit fahren zu müssen. Und dann nimmt man den weiten Arbeitsweg auf sich.

Auch wenn das Pendeln nervt und sehr störend ist, wollen die meisten nicht wegziehen. Oft wird sich in der Familie beraten ob man das irgendwie ändern kann. Und meist wird dann gemeinsam entschieden „Nein wir ziehen hier nicht weg. Die Kinder haben hier ihre Freunde und ihr gewohntes Umfeld. Das können wir nicht tun.“

Das ist eine gute und legitime Antwort. Und es gibt noch jede Menge andere legitime Antworten. Man möchte nicht wechseln wegen der Aufstiegschancen. Jetzt arbeitet man da so lange und möchte auch aufsteigen. Und sich den Lohn der Arbeit abholen. (Lies hier und hier mehr dazu)

Gleichzeitig möchte man auch nicht aus der gewohnten Umgebung raus. Das verunsichert viele Menschen. Eine Veränderung in dieser Hinsicht ist also gar nicht gewünscht.

Und es gibt noch viele, viele andere Gründe warum Menschen zu Berufspendlern werden.

 

Pendeln: Warum gelten Pendler als flexibel?

Auf der anderen Seite gelten Pendler als sehr flexibel und anpassungsfähig. Woran liegt das?

Meist wird die Flexibilität von den Arbeitgebern gefordert. Dazu zählt dann eben auch, einen weiten Arbeitsweg auf sich zu nehmen.

„Man wird ja schließlich gut bezahlt dafür. Und hier ist auch alles so super und so toll.“

Diesen Punkt erfüllen Pendler dann. Ein weiterer Grund ist, dass Berufspendler immer auf flexible Situationen reagieren müssen. Und mit flexiblen Situationen meine ich Situationen wie Züge fallen aus oder fahren später. Oder ein Unfall auf der Autobahn sorgt für eine Vollsperrung.

Und darauf relativ entspannt zu reagieren, sehen viele als flexibel an.

Viele sehen Pendler aufgrund des täglichen Aufwands als belastbar und flexibel an. Wie die meisten das mit dem Arbeitsweg und der Familie hinbekommen ist für viele nicht nachvollziehbar. Da es viele immer irgendwie hinkriegen, löst das meist eine Art „Bewunderung“ aus.

Das  kennst du sicher auch: Beim Grillen am Wochenende, wenn man jemanden neues kennen lernt. Da wirst du gefragt wo du arbeitest und wohnst. Und schon wird gedanklich gerechnet dass das ganz schön weit ist. Dann wird auch gleich gefragt „Und das fährst du jeden Tag?“. Und schon ist die „Pseudobewunderung“ da. 

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Pendeln: Sind Pendler flexibel?

 

Zurück zur Einstiegs- und Titelfrage. Sind Pendler flexibel?

Und Spannung…. (wie lautet wohl die Antwort?)

Nein.

Zack.

Überrascht?

Nein? Ja?

Warum ich so denke? Ich versuche es mal zu erklären.

Was ist flexibel daran wenn ich morgens und abends immer nur feste Zeiten habe um zur bzw. von der Arbeit zu kommen? Das gilt für Autofahrer genauso wie für Bahnfahrer. Der Autofahrer hat oftmals nur ein kleines Zeitfenster in dem er einigermaßen gut durch den Verkehr kommt. Erwischt er das nicht, dauert es meist deutlich länger. Bei den Bahnfahrern fahren meist nur jede Stunde ein oder zwei Züge. Und teilweise sogar nur alle 2 h. Das ist recht enges Korsett und erlaubt nicht viel Flexibilität.

Dazu kommt dass viele Pendler meist in Hektik agieren um diese freien Fahrtfenster oder die Züge zu erwischen. Da ist ein 5 min Plausch kurz vor Feierabend oft nicht drin.

Dazu kommt dass die meisten Pendler in einer Situation sind in der sie versuchen wollen es allen recht zu machen. Wir wissen um unsere anstrengende Lebensweise, welche nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Umkreis betrifft und belastet. Und diese Belastung des Umkreises wollen wir meist wieder wett machen bzw. verbessern.

Hinzu kommt dass für uns Zeit oftmals einen höheren Wert hat wie für andere, also Nichtpendler. Wir sind viel empfindlicher für Zeit und achten da mehr drauf, meist weil es bei uns funktionieren muss. Wenn es nicht funktioniert, verlieren wir viel mehr Zeit als andere. Was sich ja dann wieder auf andere Themen und Dinge auswirkt. Ein Teufelskreis…

 

Pendeln: Bist du flexibel?

 

Und warum sind wir flexibel wenn wir nicht umziehen wollen? Ist das Flexibilität wenn wir lieber 3h am Tag pendeln wollen, als einen anderen, näheren Job anzunehmen? Und damit mehr Zeit gewinnen würden? Ok meist wohl gegen schlechtere Bezahlung, allerdings sparen wir ja an den Fahrtkosten wieder.

Und wie flexibel sind wir wenn wir nicht umziehen wollen? Wir müssen dann in diesem Haus wohnen und leben, weil es nicht anders geht. So klingt das meistens.

Aber was ist daran flexibel? Wir bauen uns eine Art Scheinflexibilität um gut dazustehen. Lügen uns aber nur in die eigene Tasche. Wie frei und losgelöst von freien Autobahnen und Zugabfahrtszeiten können wir, als Pendler, denn leben?

Hier ein Beitrag von WiWo, der das ähnlich sieht.

Ist der Nichtpendler somit eher flexibel?

 

Fazit

Bevor sich jemand beschwert, das ist natürlich meine Sichtweise. Und ich würde mich nicht als unflexibel bezeichnen allerdings muss man bei diesem Thema auch ehrlich mit sich sein. Ich bin nämlich der Meinung das Pendeln und das Leben drum herum nicht sonderlich viel mit Flexibilität zu tun hat. Es ist oftmals ein sehr getaktetes Leben. Vieles ist darauf ausgelegt dass es funktionieren muss.

Flexibilität hat auch etwas mit Spontanität zu tun. Und diese haben Berufspendler meist eher nicht so. Da ist irgendwie immer ein Blick mit auf die Uhr dabei.

Wie siehst du das Thema? Wie flexibel fühlst du dich? Oder bist du komplett anderer Meinung als ich? Schreib mir oder in den Kommentaren unten!

 

Viel Flexibilität wünsche ich dir!

Marc

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