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Entspannt pendeln: Die Entdeckung der Langsamkeit

Entspannter Pendeln - Pendler hört Podcasts im Zug

Vor einigen Wochen hatte ich mit meiner Frau eine Diskussion. Sie kam abends gestresst nach Hause nach einem anstrengenden Arbeitstag. Da sie mit dem Auto fuhr, hat sie sich dazu noch über den Verkehr und unfähige Autofahrer aufgeregt (soll es in Deutschland geben…). Also nix mit entspannt pendeln.

Dazu muss ich kurz noch etwas erklären. Sie pendelt nicht so weit wie ich. Aber sie muss innerhalb Stuttgarts durch die halbe Stadt fahren (und auch das kann sich ganz schön ziehen). Sie kann sowohl das Auto nehmen als auch die Bahn. Und ja, pendeln ist das sicherlich auch (erfahre hier mehr).

Normalerweise fährt sie immer mit der S-Bahn. Ab und an wenn sie es eilig hat (kommt auch ab und an vor) oder es ein Problem mit der S-Bahn gibt, fährt sie auch mit dem Auto.

An diesem besagten Tag, mit unserer abendlichen Diskussion, fuhr sie mit dem Auto. Aber nicht weil sie es eilig hatte oder die S-Bahn ein Problem hatte. Nein, sie war müde an diesem Morgen. So erklärte sie mir das.

Tja und dann ging die Diskussion los… (mehr zu dem Thema Auto vs. Bahn findest du in diesem aktuell ZEIT-Artikel)

Ich konnte nicht verstehen warum sie dann mit dem Auto fährt, wenn sie müde ist. Sie erklärte es mir:

„Na weil ich müde war und so schneller auf der Arbeit sein konnte und nicht so gestresst ankomme. Außerdem muss ich immer noch ein Stück laufen, das kostet mich nur Zeit.“

Für mich noch nicht verständlich. Ja, sie spart Zeit. Wenn man müde ist, ist das sicherlich gut. Ja, sie ist nicht so gestresst. Verstehe ich auch. Morgens direkt gestresst zur Arbeit kommen ist nicht gut.

Aber ist das wirklich besser so? (Ja ich hinterfrage viel, laut meiner Frau kann das sehr anstrengend sein)

 

Entspannt pendeln: Schneller zur Arbeit weil ich müde bin?

 

Meine Idee bzw. meine Gedanken sind hier andere. Klar, erster Punkt: Thema Sicherheit. Wer müde ist sollte kein Auto fahren. Aber soo müde war sie dann auch nicht und auf den Punkt möchte ich heute auch nicht weiter eingehen.

Mir geht es vor allem um einen Punkt: Warum das Bahn fahren nicht besser sein sollte. Mir geht es hier nicht darum das Bahn fahren zu glorifizieren. Mit dem E-Bike ist die Strecke sicherlich auch machbar.

Durch das fahren mit der S-Bahn hat man die Möglichkeit andere Dinge nebenher zu tun. Zum Beispiel ein gutes Buch zu lesen, einen neuen Podcast anhören. Ebenfalls kann man hier Freunden oder der Familie am Handy schreiben.

So wird man in Ruhe etwas wacher. Und nicht dadurch wacher dass man aufpassen muss dass der Vordermann nicht plötzlich abbremst. Oder durch aufregen über andere Autofahrer die vor sich hin trödeln. Nebenbei bemerkt ist der Stuttgarter Autoverkehr alles andere als einfach.

Sie muss nach dem S-Bahn fahren auch noch ein Stück laufen. Und auch hier sehe ich das als Vorteil. Ein wenig frische Luft morgens und ein wenig Bewegung machen wach. Und da ist der Laufweg zur Kaffeemaschine und die tolle Klimaanlagenluft im Büro sicher kein Vergleich dazu.

Für mich definitiv Vorteile in einem solchen Fall mit der Bahn zu fahren anstatt mit dem Auto.

Und auf dem Heimweg abends ist es nicht besser. Durch das Bahn fahren hat man die Möglichkeit besser von der Arbeit abzuschalten und somit entspannter daheim anzukommen.

 

Entspannt pendeln: Schneller zur Arbeit weil ich es eilig habe?

 

Ein anderer Punkt der Diskussion war dass sie viel zu tun hatte an dem Tag. Guter Punkt, da ist es doch hilfreich wenn ich 5 oder 10 min früher auf der Arbeit bin. Klar, klingt logisch. Schon 10 min gespart und 10 min mehr Zeit für die Aufgaben.

Sicher? (Du merkst ich hinterfrage wieder…)

Ich sehe das anders. Gerade durch das Autofahren verliert man  Zeit für die wesentlichen und wichtigen Aufgaben. Auto fahren stresst. Sich aufregen über die Mitfahrer weil der vor mir zu langsam fährt. Und der hinter mir zu dicht auffährt. Oder man bekommt das Gefühl jede Ampel freut sich wenn Autos kommen und wird erstmal Rot. Auf jeden Fall ist entspanntes Autofahren auch eine Lebensaufgabe bzw. ein Lebensziel.

Und nicht zu vergessen die Parkplatzsuche. Die kostet vermutlich auch eher mehr Zeit als dass du Zeit gewinnst.

Im Vergleich dazu: Mit der S-Bahn fahren. Ein Buch oder Zeitung lesen. Keine stressigen Mitfahrer. Wobei auch das gibt es bei der Bahn.

Aber insgesamt ist es stressfreier als mit dem Auto zu fahren. Meiner Meinung nach.

Noch dazu kann ich mehr mit meiner Zeit anfangen. Und keine Frage. Auch Bahn fahren kann schnell stressig werden. Eine S-Bahn fällt aus, eine hat Verspätung und du verpasst eine Anschlussbahn und kommst somit noch später zur Arbeit.

Aber das kann beim Autofahren auch passieren. Ein Stau hier, ein Unfall dort. Und zack… zu spät.

 

Entspannt pendeln: Schneller oder doch besser ruhiger?

 

Das wichtigste meiner Meinung nach sind die 5 min zu Fuß.  Und die finde ich aber Gold wert.

Diese 5 min reichen um sich mental auf die Arbeit vorzubereiten. Oder sich zu entspannen, frische Luft einatmen (geht auch in Stuttgart). Seine innere Ruhe zu finden und sich auf die Aufgaben einstellen. Da hilft Bewegung enorm.

Daher bin ich der Meinung dass 5 oder 10 min später bei der Arbeit nicht elementar schlimm sind. Richtig genutzt sorgen diese Minuten dafür dass ich besser und auch schneller die viele Arbeit erledige.

Und auch abends sorgen diese Minuten für ein besseres und schnelleres Abschalten.

Das ganze geht natürlich auch mit dem Auto. Einfach nach dem Parken morgens noch eine Runde um den Block. Und Abends das gleiche.  Und schon hast du einen ähnlichen Effekt.

 

Fazit

 

Tja, was ist besser? Auto oder Bahn? Ehrlich gesagt wird das nie geklärt werden. Dazu spielen noch viele andere Faktoren rein als ich hier aufgezählt habe. Aber ich denke zum Überlegen regt dieser Artikel sicherlich an. Ab und an fahre auch ich mit dem Auto. Ganz einfach weil es auch Spaß macht (wenn kein Stau ist).

Wie ist das bei dir? Fährst du lieber mit der Bahn? Oder mit dem Auto? Was stresst dich mehr? Schreibe mir oder in den Kommentaren unten.

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